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Das Spital Nidwalden ist jetzt auch digital ans Kantonsspital Luzern angeschlossen

Nidwaldner Zeitung - Seit Neujahr ist das neue Klinikinformationssystem in Betrieb. Die Einarbeitung war mit Zusatzaufwand für die Mitarbeitenden verbunden.
17. Januar 2024
Lesezeit: 4 Minuten
Bild: Urs Hanhart (Stans, 8. 1. 2024) Steffi Leu-Hense, Chefärztin der Frauenklinik, Pflegefachfrau Selina Scheuber und Projektleiter António Braizinho (von links) arbeiten an einem mobilen Terminal mit dem neuen Klinikinformationssystem.

Auf Anfang Jahr hat sich das Spital Nidwalden dem Klinikinformationssystem Lukis des Luzerner Kantonsspitals (Luks) angeschlossen. Dafür habe man den Weg eines «Big Bangs» gewählt, wie Harald Beiner, verantwortlicher IT-Programmleiter beim Luks, sagt. «Die ganzen IT-Systeme des Luks wurden am 1. Januar um 2 Uhr in der Früh auf einen Schlag auch in Stans in Betrieb genommen.»

Dieser Moment war seit rund zweieinhalb Jahren genau geplant worden. Sämtliche Systeme, die man sich vorstellen könne, seien ersetzt worden, so Harald Beiner. Es habe für alle Leute neue Arbeitsplätze gegeben, rund 600 Geräte seien ausgetauscht und über 500 neu installiert worden. Dann hätten Daten migriert werden müssen und die Mitarbeitenden des Spitals seien ausgebildet worden. Die neue Software stammt von der US-amerikanischen Firma Epic, die sich auf die Entwicklung von Klinikinformationssystemen spezialisiert hat.

«Umstellung war eine Herausforderung»

Jetzt stehen Steffi Leu-Hense, Chefärztin der Frauenklinik, Selina Scheuber, Pflegefachfrau HF, und António Braizinho, Lukis-Projektleiter, um einen der neuen, mobilen Terminals herum, auf dem nach einer einfachen Anmeldung mit einem Badge die gewünschten Informationen abgerufen oder zusätzliche eingegeben werden können. «Gerade für uns, die wir nur begrenzt IT-affin sind, war die Umstellung auf das neue System eine Herausforderung», sagt Steffi Leu-Hense. «Ich bin begeistert, wie wir es jetzt gemacht haben.» Alle hätten sich sehr eingesetzt, denn vieles in Sachen Ausbildung sei noch zur täglichen Arbeit obendrauf gekommen. Die Leute seien gut drauf und motiviert. «Teilweise haben sie keine Ferien genommen über die Festtage und waren auch über Silvester hier. Wir als Chefs haben versucht, die Stimmung hochzuhalten.» Im Vergleich zum Vorgängersystem, das auch schon weitgehend digital gewesen sei, gebe es jetzt noch grössere Feinheiten. Die Zusammenarbeit gestalte sich jetzt viel effizienter und einfacher: «Ich habe immer Zugriff auf alle Informationen. Wenn jemand eine Notiz einfügt, steht mir diese sofort zur Verfügung.»

Einfacher würden jetzt auch Verlegungen von Patientinnen und Patienten zwischen Luzern und Stans. Das bestätigt auch Pflegefachfrau Selina Scheuber: «Wir haben Zugriff auf alle Informationen, die wir haben.» Früher habe man ab und zu auf Berichte warten müssen, oder es habe etwas gefehlt. Mitunter habe man sich mit E-Mail oder gar Fax behelfen müssen. Selina Scheuber trägt an diesem Tag eine grüne Weste. Sie ist Superuserin für das neue System. Sie lobt die grosse Unterstützung, die das Spital Nidwalden in dieser Anfangsphase erhalten habe. Dazu gehören auch so genannte Floorwalker. Erkennbar sind sie an ihren orangefarbenen Westen. Sie sind auf den Gängen im Spital unterwegs und können zurate gezogen werden, wenn Fragen auftauchen oder ein Problem zu lösen ist.

Bild: Urs Hanhart (Stans, 8. 1. 2024)

Bilderklärung: Vieles kann dank mobiler Geräte direkt am Bett der Patientinnen und Patienten abgeklärt oder erledigt werden. Von links: Projektleiter António Braizinho, Steffi Leu-Hense, Chefärztin der Frauenklinik, und Pflegefachfrau Selina Scheuber.

 

Auch Vorteile für Patientinnen und Patienten

An das neue IT-System müsse man sich gewöhnen, sagt Selina Scheuber. Sie habe das Gefühl, weniger zu dokumentieren, weil sie nicht mehr ganze Sätze schreiben müsse, sondern vieles über Auswahlmenüs laufe. Dank eines Mobiltelefons – Rover genannt – könne jetzt vieles bereits direkt am Bett erledigt werden, ohne dass man anschliessend noch an einen Computer sitzen müsse.

Laut António Braizinho unterstütze das neue System auch die interprofessionelle Zusammenarbeit. So könne beispielsweise auch die Hotellerie im Spital eingebunden werden. Beeindruckt habe ihn die Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Einführung.

Spitaldirektor André Baumeler windet dem IT-Team und allen Mitarbeitenden ein Kränzchen. «Für das Projekt sind viele Stunden investiert worden, neben dem Tagesgeschäft.» Man habe ein funktionierendes System von Luzern übernehmen können. «Gleichwohl mussten wir sämtliche Prozesse überprüfen und schauen, ob diese so für uns passen», betont Baumeler. Die Belegschaft habe den Mehraufwand gut mitgetragen. «Es herrschte eine gute Stimmung, sie waren motiviert.»

Baumeler streicht die Vorteile heraus, die das neue IT-System auch für die Patientinnen und Patienten bringe. So hätten sie über die App «MeinLuks» die Möglichkeit, auf ihre Daten zuzugreifen, Terminvereinbarungen einzusehen oder auch mit dem Spital zu kommunizieren. Einfacher werden soll es künftig auch für die Zuweiser wie etwa Hausärztinnen und Hausärzte. «Hier möchten wir Schulungen anbieten, um zum Beispiel Anmeldungen und Überweisungen zu vereinfachen.»
 

Das Interview von Martin Uebelhart erschien am 17. Januar 2024 in der Nidwaldner Zeitung (Print und Online)

 

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