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Bedeutet ein erhöhter PSA-Wert Prostatakrebs?

Mein Hausarzt hat bei mir (m, 66 Jahre) einen erhöhten PSA-Wert festgestellt. Was bedeutet das jetzt für mich? Ein solcher Wert kann gemäss unserem Spezialisten auf einen Prostatakrebs oder andere Krankheiten hinweisen. Der PSA-Test ist aber nicht komplett zuverlässig. Zu empfehlen ist er vor allem für Männer zwischen 50 und 75 Jahren und insbesondere ab 45, falls deren Väter oder Brüder an einem Prostatakrebs erkrankt sind.
11. Dezember 2023
Lesezeit: 3 Minuten
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Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase des Mannes und umkleidet den obersten Teil der Harnröhre. Sie produziert ein Sekret, welches den Spermien bei der Befruchtung von Eizellen hilft. Mit fortschreitendem Alter kann sich die Prostata vergrössern, was gutartige Prostatavergrösserung genannt wird und vielleicht Probleme beim Wasserlassen verursacht. Manchmal kann in der Prostata jedoch auch ein Prostatakrebs entstehen, was sehr oft im Frühstadium keine Beschwerden macht und deswegen vom betroffenen Mann nicht bemerkt werden muss. 

Mittels Krebs-Vorsorgeuntersuchung (Screening) möchte man einen Krebs im Frühstadium erkennen, um mit einer Therapie das Risiko für Ableger zu verkleinern und das Leben zu verlängern. Ihr erhöhter PSA-Wert kann auf einen Prostatakrebs oder auf andere Krankheiten hinweisen. Für Sie bedeutet das, dass man diesen Wert vielleicht in einigen Wochen nachkontrollieren möchte oder direkt jetzt weiter abklären soll mit MRI oder Gewebeprobe (Biopsie) der Prostata. Für die Biopsie sind die Spezialisten der Urologie zuständig, welche nach einem MRI gezielt Proben nehmen können. 

Unterschiedliche Behandlungsmethoden

Sollte bei Ihnen ein Prostatakrebs im Frühstadium diagnostiziert werden, können wir diesen unterschiedlich behandeln: Sowohl die Operation als auch die Bestrahlung kommen als Methoden infrage, um den Krebs zu heilen. Gelegentlich empfehlen wir auch eine Hormontherapie zusammen mit der Bestrahlung. Zeigt der Prostatakrebs ein langsames Wachstum und ein sehr frühes Stadium, so sind regelmässige Kontrollen das optimale Vorgehen. Bestrahlen oder operieren müsste man erst, wenn der Krebs einen beträchtlichen Fortschritt zeigt. Mit dem Ziel der besten Therapie werden alle Prostatakrebs-Fälle in einem Team besprochen, das aus Spezialisten der Urologie, Bestrahlungsabteilung (Radio-Onkologie), Krebsabteilung (Onkologie), Röntgenabteilung (Radiologie) und Pathologie besteht – ein sogenanntes Tumorboard.

PSA-Testergebnis muss hinterfragt werden

Ein PSA-Test ist nicht komplett zuverlässig: Er kann auf einen Krebs hinweisen, er kann jedoch auch erhöht sein, obwohl kein Krebs vorliegt, etwa bei der gutartigen Prostatavergrösserung oder einer -entzündung. Mitunter wächst der Krebs sehr langsam, was möglicherweise keine erhebliche Gefahr für die Gesundheit eines Mannes darstellt, so dass man diesen Krebs gar nicht hätte diagnostizieren wollen. Die Behandlung oder Abklärung solcher Erkrankungen kann zu Nebenwirkungen führen und die Lebensqualität beeinträchtigen. Zudem ist der Nutzen eines PSA-Tests auf die Verhinderung von Prostatakrebs-Todesfällen in den bisher durchgeführten Studien kleiner als oft erhofft. 

Der PSA-Test ist vor allem fürs Alter zwischen 50 und 75 Jahren empfohlen und insbesondere ab 45 Jahren für Männer, deren Väter oder Brüder an einem Prostatakrebs erkrankt sind. Er soll also erst nach guter Aufklärung über das Für und Wider durchgeführt werden. Dabei kann Ihnen Ihr Hausarzt oder Ihre Urologin helfen. 

Dieser Beitrag kam in Zusammenarbeit mit Pro Senectute Zentralschweiz zustande.

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